Am 10.06.2026 setzen rund 450 Mitarbeitende des PZN erneut ein Zeichen gegen das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz.Zur Teilnahme aufgerufen hatten abermals die Geschäftsleitung, der Personalrat sowie ver.di Rhein-Neckar. Bereits am 28.05.2025 hatten rund 300 Mitarbeitende des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden (PZN) gemeinsam gegen das geplante Gesetz protestiert. Die Botschaft beider Aktionen war klar und unmissverständlich: Keine Reform auf Kosten der Versorgung.
Nach der Begrüßung des stellvertretenden Geschäftsführers, Vincent Karfus, richtetet Dr. Tobias Link, Ärztlicher Direktor des PZN, seine Worte an die Belegschaft: „Sollte dieser Gesetzentwurf in seiner jetzigen Form Realität werden, dann würde dieses Gesetz den psychiatrischen und den psychosomatischen Kliniken die Luft zum Atmen nehmen. Wer heute an der psychiatrischen Versorgung spart, zahlt morgen einen deutlich höheren Preis. Deshalb sagen wir: Ja zu sinnvollen Strukturreformen. Ja zu einer modernen und sektorenübergreifenden Versorgung. Ja zu Qualität und Transparenz. Aber ein klares und unmissverständliches Nein zu einem Gesetzentwurf, der Bürokratie vermehrt und durch eine undifferenzierte Verknappung der finanziellen Ausstattung der Kliniken die bedarfsgerechte Versorgung schwer psychisch Erkrankter gefährdet.“
Der Personalratsvorsitzende Ralf Reichenbach forderte alle Anwesenden auf, symbolisch Seifenblasen steigen zu lassen: „Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ist wie eine Seifenblase: es wird schillernd präsentiert, ist aber ohne Substanz – und sobald es platzt, tragen wir als Beschäftigte und als Versicherten die Folgen.“
Unterstützung erhielten die Protestierenden von den Kreistagsabgeordneten Gerhard Gebhard (Grüne), Adolf Härdle (Grüne) und Justus Heine (Die Linke) sowie von Maike Schollenberger, Landesbezirksleiterin ver.di Baden‑Württemberg. Härdle, Heine und Schollenberger richteten sich in kurzen Redebeiträgen an die Teilnehmenden und fanden deutliche Worte gegen den Gesetzesentwurf.
Zum Abschluss verlas Monika Neuner (ver.di) Statements von Abgeordneten aus Bundestag und Landtag. Anschließend wurden symbolisch die Protestpostkarten an die Bundestagsabgeordneten ausgezählt.

