Luftaufnahme vom Psychiatrischen Zentrum Nordbaden

World Maternal Health Day

Psychische Belastungen rund um Schwangerschaft & Geburt sind häufig – aber oft tabu. Zehn bis 15 % aller Frauen leiden nach der Geburt an depressiven Symptomen.

Jeden ersten Mittwoch im Mai findet der World Maternal Mental Health Day statt. An diesem Tag steht die psychische Gesundheit von Müttern im Mittelpunkt. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf Angst- oder Stimmungsstörungen rund um die Geburt.

Trotz wachsender Aufmerksamkeit gibt es weiterhin große Hürden, sich Hilfe zu suchen. Viele Frauen melden sich erst nach Monaten, wenn bereits viel Belastendes passiert ist. Zwar wird das Thema „Baby Blues“ oder postpartale Depression inzwischen häufiger in schwangerschaftsbegleitender Literatur aufgegriffen, doch wird oft unterschätzt, wie ernst sich psychische Erkrankungen entwickeln können. Hinzu kommt ein starkes Stigma: Viele Betroffene glauben, sie müssten ihre Probleme allein bewältigen. Schuldgefühle und das Gefühl, dem eigenen Kind nicht gerecht zu werden, sind häufige Begleiter.

Mirko Messer, Oberarzt der Mutter-Kind-Behandlung auf der Station 43, gibt betroffenen Frauen daher eine klare Botschaft mit auf den Weg:

„Trauen sie sich, Hilfe zu suchen. Hier am PZN Wiesloch bieten wir unverbindliche Beratung. Gemeinsam mit Ihnen suchen wir nach der passenden Lösung für Ihre Familie.“


In den meisten Fällen erfolgt der erste Kontakt über Gynäkologinnen und Gynäkologen, Hebammen oder die Frühen Hilfen. Nur wenige Frauen melden sich von sich aus. Dabei steht oft ein gut ausgebautes uns schnell verfügbares Hilfenetzwerk zur Verfügung.

Ein wichtiger Bestandteil ist auch die Einbindung der Angehörigen, um die Mutter zu entlasten. Häufig geht es vor allem um die Unterstützung im Alltag und Strukturierung – eine medikamentöse Behandlung ist oft nicht notwendig.

In Wiesloch stehen in der Klinik für Allgemeinpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik 1 neben einem ambulanten Angebot in der PIA fünf vollstationäre Plätze für eine intensive Eltern-Kind-Therapie zur Verfügung.

Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Netzwerk der Frühen Hilfen und der Psychiatrie macht diese Arbeit zu einem besonders wertvollen Angebot für die Region.