Mammutbaum – große Liebe, große Sorgen

Bei einem Mammutbaum ist alles größer: die Krone, der Stamm, der Schatten und leider auch die Pflege.

Im 90 Hektar großen PZN-Park befinden sich 2500 im Baumkataster erfasste Bäume, darunter auch einige exotische Urweltmammutbäume mit bis zu 30 Meter Höhe und an die 100 Jahre alt. Sie alle werden regelmäßig jährlich von Baumwarten professionell gepflegt. Darüber hinaus überprüft ein externer Gutachter die Verkehrssicherheit der Bäume.
 
Jetzt ist es der Mammutbaum am Zentralgebäude im Garten der Stationen 01/02, der Uwe Krüger, Leitender Parkpfleger, große Sorgen bereitet. Bereits seit 2021 bekommt dieser 28 Meter hohe Baum eine gehörige Portion Extrapflege. So wurde eigens eine automatische Bewässerungsanlage eingebaut, um dem Befall des Borkenkäfers entgegenzuwirken. 

Der fortschreitende Pilzbefall allerdings lässt sich trotz aller Pflege nicht stoppen, wie jetzt ein externes Gutachten ergeben hat. Mittels eines Schalltomographen – vergleichbar einer Computertomographie bei Menschen – wird der Anteil des gesunden Holzes gemessen. Dieser ist in der Lage die Windlasten aufzunehmen und an das Wurzelsystem abzuleiten, eine Eigenschaft, die elementar für die Stabilität eines jeden Baums ist. Beim PZN-Mammut-Patienten beträgt der noch tragfähige gesunde Holzanteil des Stammesquerschnitts nur noch 30%. Für den verbleibenden Anteil von 70% ist anhand der tomographischen Untersuchung davon auszugehen, dass das Gewebe stark zersetzt ist und nicht mehr über die erforderliche Tragfähigkeit verfügt. „Das bedeutet“, so Uwe Krüger, „dass somit auch die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist. Wir werden die Baumkrone einkürzen müssen, um dem Baum noch einige gute Jahre zu schenken.“ 

In den kommenden Tagen wird sich das Sorgenkind nun einer Operation durch Baumspezialisten unterziehen und danach, wie alle anderen Bäume im Park des Klinikgeländes, wieder in die behutsame Pflege der sechs PZN-Landschaftsgärtner übergeben. Mit dem Ziel, den Patient*innen und Beschäftigten, den Besucher*innen und nicht zuletzt den Wieslochern die „grüne PZN-Lunge“ zu erhalten.