Luftaufnahme vom Psychiatrischen Zentrum Nordbaden

Gemeinsame Übung für den Ernstfall

Wie reagieren die unterschiedlichen Berufsgruppen und Einsatzkräfte auf eine Krisensituation im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden (PZN)? Um Abläufe für den Ernstfall zu erproben und die Zusammenarbeit weiter zu festigen, haben das PZN und das Polizeipräsidium Mannheim am 23. September 2026 gemeinsam zwei realitätsnahe Übungen durchgeführt. Im Mittelpunkt standen dabei angenommene Brandereignisse im Krankenhausbereich und im Maßregelvollzug.

In zwei getrennten Übungsszenarien trainierten Mitarbeitende des PZN gemeinsam mit Polizei und Werkfeuerwehr das Vorgehen in einer möglichen Gefahrenlage. Ziel war es, bestehende Abläufe unter möglichst realitätsnahen, zugleich sicheren Bedingungen zu erproben, die Zusammenarbeit zu festigen und Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Krisenorganisation zu gewinnen.

Eine der Übungen fand im Krankenhausbereich des PZN statt. Beteiligt waren unter anderem Mitarbeitende aus Pflege, ärztlichem Dienst, Psychologie, Sozialdienst und Ergotherapie. Schülerinnen und Schüler der Bildungszentrum Gesundheit Rhein-Neckar GmbH (BZG) übernahmen dabei die Rolle von Patient*innen. Nach Auslösung eines Feueralarms wurde die Evakuierung geübt. Unterstützt wurden die Mitarbeitenden dabei von der Werkfeuerwehr und weiteren beteiligten Bereichen des PZN. Auch diese konnte somit die Brandbekämpfung unter realitätsnahen Bedingungen trainieren.

Eine weitere Übung wurde im Bereich des Maßregelvollzugs durchgeführt. Auch hier übernahmen Schüler*innen der BZG die Rolle von Patient*innen. Angenommen wurde erneut ein Brandereignis, auf das die Mitarbeitenden mit der Evakuierung reagierten. Polizei und Werkfeuerwehr waren ebenfalls beteiligt. Im weiteren Verlauf wurde zudem die Suche nach einer zunächst vermissten Person geübt, die im Rahmen des Szenarios zeitnah aufgefunden werden konnte.

Parallel zu den praktischen Maßnahmen wurden in beiden Übungen auch die Abläufe der Krankenhauseinsatzleitung trainiert. Dabei ging es unter anderem darum, die Bewältigung der Schadenslage zu koordinieren und gleichzeitig den Betrieb des PZN sowie die Sicherheit der Patient*innen bestmöglich aufrechtzuerhalten. Auch die Kommunikation in einer Krisensituation, insbesondere die Abstimmungsprozesse mit der Polizei sowie Maßnahmen der Krisenkommunikation, wurde einbezogen. 

„Gerade in einer Krisensituation kommt es darauf an, dass viele unterschiedliche Bereiche und Berufsgruppen gut zusammenspielen. Übungen wie diese geben uns die Möglichkeit, Abläufe gemeinsam zu erproben, Schnittstellen zu überprüfen und aus den gewonnenen Erfahrungen zu lernen“, so Vincent Karfus, stv. Geschäftsführer des PZN und Übungsleiter.

Auch das Polizeipräsidium Mannheim zieht ein positives Fazit. „Die gemeinsame Übung mit den Verantwortlichen des PZN hat dazu beigetragen, Handlungsabläufe und Kommunikation zu optimieren. Dies ermöglicht es uns in Krisensituationen schneller und abgestimmter agieren zu können.“, so René Dessoy, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Mannheim.

Die Übung wurde in allen Phasen durch Beobachtenden von PZN und Polizei begleitet. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden im Anschluss ausgewertet und dienen dazu, mögliche Optimierungsmaßnahmen abzuleiten.