Luftaufnahme vom Psychiatrischen Zentrum Nordbaden

Fachtag „Stark im Sturm“ im Klinikum am Weissenhof

Bedarfsorientierte und evidenzbasierte Versorgung für Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern im Fokus.

Am 23. Februar 2026 fand am Klinikum am Weissenhof der Fachtag „Stark im Sturm“ statt. Das PZN war durch Dr. Tobias Link, Chefarzt Suchttherapie und Entwöhnung, vertreten. Bei der interdisziplinären Fachveranstaltung zur Unterstützung von Kindern psychisch und suchterkrankter Eltern kamen Expert*innen aus Psychiatrie, Psychosomatik, Suchtmedizin, Jugendhilfe und weiteren Versorgungssystemen zusammen, um aktuelle Entwicklungen, Bedarfe und Perspektiven einer SGB‑übergreifenden Versorgung zu diskutieren. Die Veranstaltung war Teil der National Association for Children of Addicts (NACOA)-Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien. NACOA Deutschland ist die Interessenvertretung für die Kinder, die in ihren Familien unter Alkohol- oder Drogenkrankheit bzw. nicht-stofflichen Süchten seitens Ihrer Eltern leiden.

Nach der Begrüßung durch die Medizindirektion stellten die Leitungen Prof. Dr. Anne Koopmann und Prof. Dr. Yvonne Grimmer der klinikübergreifenden Projektinitiative „Stark im Sturm“ gemeinsam mit Jasmin Faustmann, Psychologin der Klinik für Suchttherapie im Klinikum am Weissenhof das Projekt vor. Sie gaben einen Überblick über die bisherigen Erfolge, die Versorgungsstrukturen an den beteiligten Standorten sowie die Bedeutung einer frühzeitigen, familienzentrierten Unterstützung. Im anschließenden Impulsvortrag beleuchtete Robert Prager Loos, Chefarzt der Klinik für Suchttherapie im Klinikum am Weissenhof die Bedeutsamkeit regionaler Vernetzung in der Suchttherapie und zeigte auf, wie Kooperationen Versorgungslücken schließen können. Während der Pause präsentierten sich beim Markt der Möglichkeiten Vertreter*innen der regionalen Kindergruppen Krümelkiste Heilbronn, Fachstelle AUSBLICK Remseck und Wolkenbrecher Öhringen und kamen mit den eingeladenen Teilnehmenden ins Gespräch. Höhepunkt des Nachmittags war die Podiumsdiskussion „Wie bedarfsgerechte und evidenzbasierte Versorgung SGB‑übergreifend gelingt“, an der klinische Fachexpert*innen sowie eine Betroffenenvertreterin teilnahmen. Moderiert wurde der Fachtag von der Journalistin Diana Löbl, die den Dialog strukturierte und zentrale Fragestellungen herausarbeitete.

Der Fachtag bot Fachkräften einen Raum, um gemeinsam die bisherigen Fortschritte des Projekts „Stark im Sturm“ zu reflektieren und Visionen für die zukünftige Versorgung zu entwickeln. Das Projekt steht für eine familienzentrierte Behandlung in Psychiatrie, Psychosomatik und Suchtmedizin. Seit der Gründung 2018 am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim wurden die Strukturen kontinuierlich ausgebaut – gefördert durch die Dietmar Hopp Stiftung und das Land Baden-Württemberg. Ziel ist es, Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern frühzeitig zu erreichen und passende Unterstützungsangebote bereitzustellen. Heute ist „Stark im Sturm“ an mehreren Standorten in Baden-Württemberg etabliert, darunter auch das Klinikum am Weissenhof. Durch die Förderung im Rahmen des Masterplans Kinderschutz konnten in den vergangenen zwei Jahren tragfähige Präventions- und Versorgungsstrukturen geschaffen werden.

Der Fachtag „Stark im Sturm“ zeigte eindrucksvoll, wie wichtig eine bedarfsgerechte, evidenzbasierte und vernetzte Versorgung für Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern ist. Die Veranstaltung bot Raum für Austausch, Diskussion und die gemeinsame Entwicklung von Perspektiven. Kliniken und Kooperationspartner bekräftigten ihr Ziel, die Versorgung betroffener Familien nachhaltig zu stärken und weiterzuentwickeln.