Luftaufnahme vom Psychiatrischen Zentrum Nordbaden

„BUNTE KÖPFE – EINE VISION“ – PFLEGEAUSZUBILDENDE GESTALTEN KONGRESSTAG IN WIESLOCH

Kreative Ideen, neue Perspektiven und viel Engagement prägten den diesjährigen Auszubildendenkongress der Berufsfachschulen für Pflege aus Wiesloch, Weinsberg und Winnenden. Unter dem Motto „Bunte Köpfe – Eine Vision“ kamen die angehenden Pflegefachpersonen zu einem besonderen Kongresstag zusammen, der vollständig von den Auszubildenden selbst organisiert und gestaltet wurde.

Einmal im Jahr entwickeln die Auszubildenden des dritten Ausbildungsjahres der drei Berufsfachschulen gemeinsam einen Ausbildungskongress. Die Veranstaltung findet abwechselnd an einem der Schulstandorte statt und bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, eigene Themen, Ideen und Visionen für die Pflege einzubringen. In diesem Jahr war Wiesloch Gastgeber der Veranstaltung.

Passend zum Motto erarbeiteten die Kurse ein abwechslungsreiches Programm für ihre Mit-Auszubildenden. In verschiedenen Workshops, Vorträgen und interaktiven Formaten setzten sich die Teilnehmenden mit aktuellen Fragen der Pflege sowie mit neuen Denkansätzen für die Zukunft des Berufsfeldes auseinander. Dabei standen Kreativität, Austausch und gemeinsames Lernen im Mittelpunkt. 

Dr. Bettina Schiffer, Schulleiterin des Bildungszentrums für Gesundheit Rhein-Neckar in Wiesloch, erläutert den Ansatz hinter dem Kongress: „Die Auszubildenden bekommen immer ein Motto von uns und sie kleiden das dann aus und machen ihre Überlegungen dazu. ‚Bunte Köpfe – eine Vision‘ lässt da sehr viel zu. Wir haben dieses Motto aber als extrem zeitgemäß empfunden: Hinsichtlich der aktuellen Situation in der Pflege und der Pflegeausbildung und natürlich auch im Hinblick auf die künftige Zusammenarbeit in Teams mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern.“

Kathrin Petersohn, stellvertretende Schulleiterin der BZG Wiesloch, ist die Organisatorin des Ausbildungskongresses an der Schule. Der Kongress bietet den Auszubildenden eine Plattform, um die Vielfalt der Pflege zu feiern, neue Wege im Denken zu entwickeln und aktiv an der Gestaltung der Zukunft der Pflege mitzuwirken.

„Unsere Auszubildenden übernehmen in ihrem späteren Beruf eine große Verantwortung“, betont Petersohn. „Umso wichtiger ist es, sie frühzeitig dazu zu ermutigen, ihre Ideen einzubringen und Pflege neu zu denken.“

Grundlage dafür bildet das gemeinsame Curriculum KuGeL – Kompetenzorientiert und Generalistisch Lernen, in dem der Ausbildungskongress fest verankert ist. Durch dieses Konzept wird es möglich, gemeinsam mit den Auszubildenden die Pflege in den Mittelpunkt zu stellen und sie auf ihrem Weg zu selbstbewussten, reflektierten und gestärkten Persönlichkeiten zu begleiten.

So leistet der Ausbildungskongress einen wichtigen Beitrag dazu, angehende Pflegefachpersonen zu motivieren und sie darauf vorzubereiten, die Zukunft der Pflege aktiv mitzugestalten.

Für die Lehrenden auf der anderen Seite bedeutet das Konzept des Kongresses, Verantwortung bewusst an die Auszubildenden abzugeben. Gabriele Schwarzer, Schulleiterin des Bildungszentrums für Gesundheitsberufe Winnenden, beschreibt diesen Prozess so: „Der Rahmen ist gegeben, aber was genau passieren wird, dürfen sie auch selbst entwickeln. Es ist durchaus eine Herausforderung, loszulassen. Ich glaube aber, es gelingt uns inzwischen ganz gut, eine Balance zu finden zwischen Anleitung und Begleitung – und dem Raum, den die Auszubildenden eigentlich brauchen.“

Der gesamte Tagesablauf orientierte sich am Format eines professionellen Kongresses. Neben fachlichen Impulsen bot der Tag auch ausreichend Raum für Diskussionen, Vernetzung und einen ungezwungenen Austausch unter den Auszubildenden.

Melanie Olesch, stellvertretende Schulleiterin der Pflegefachschule am Klinikum am Weissenhof in Weinsberg, hebt die besondere Lernwirkung hervor: „Ich werde jedes Jahr wieder davon überzeugt, wie gut das funktioniert, wenn Auszubildende selbst entscheiden, planen und kreativ sind und Verantwortung übernehmen.“

Der jährlich stattfindende Auszubildendenkongress hat sich inzwischen als fester Bestandteil der Ausbildung etabliert. Er bietet den angehenden Pflegefachkräften eine Plattform, um eigene Ideen einzubringen, voneinander zu lernen und gemeinsam Visionen für die Zukunft der Pflege zu entwickeln.

Träger und Beteiligte
Die drei Pflegefachschulen stehen unter der Trägerschaft der Zentren für Psychiatrie Wiesloch, Weinsberg und Winnenden. Zusätzlich wird die Bildungszentrum Gesundheit Rhein-Neckar GmbH in Wiesloch gemeinsam mit der Gesundheitszentren Rhein-Neckar gGmbH (GRN) und das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe Winnenden durch die Rems-Murr-Kliniken (RMK) getragen.