Der weitläufige Park des PZN ist für Mitarbeitende, Patient*innen, Angehörige oder Besucher*innen ein Ort der Entspannung und Erholung. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisten die zahlreichen Bäume auf dem Gelände. Sie spenden Schatten, bieten vielen Tierarten Lebensraum und wirken beim sanften Rascheln ihrer Äste und Blätter beruhigend. Doch gerade die majestätischen alten Riesen können auch ein Risiko für die Verkehrssicherheit bergen. Deshalb werden im PZN regelmäßig Baumkontrollen durchgeführt.
Ob ein Baum gesund ist oder alters- beziehungsweise krankheitsbedingte Schäden aufweist, lässt sich häufig nicht auf den ersten Blick erkennen. Dafür braucht es Experten. Im PZN übernimmt diese Aufgabe ein ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet. Alle vier Jahre untersucht er sämtliche Bäume auf dem Gelände und prüft sie sorgfältig auf mögliche Schäden. Für die vollständige Kontrolle benötigt er rund eineinhalb Wochen. Einmal jährlich führt der Experte außerdem Sichtkontrollen an den Bäumen durch.
Um ein genaues Bild vom Zustand eines möglicherweise geschädigten Baumes zu erhalten, kommt bei Bedarf modernste Ultraschalltechnik zum Einsatz. Das Prinzip dahinter ist ebenso einfach wie effektiv:
Rund um den Stamm werden auf einer Höhe mehrere Messsensoren angebracht. Mithilfe feiner Pins werden diese vorsichtig knapp unter der Rinde befestigt, ohne den Baum nachhaltig zu schädigen. Zuvor wird die genaue Position jedes einzelnen Sensors vermessen. Diese Daten benötigt der Computer, um die exakte Geometrie des Stammquerschnitts zu berechnen und die Entfernungen zwischen den Sensoren präzise zu bestimmen.
Dann wird nacheinander mit einem elektronischen Hammer auf jeden Sensor geklopft. Dabei entsteht eine Schallwelle, die sich durch den Stamm ausbreitet. Die übrigen Sensoren registrieren, wann die Schallwelle bei ihnen eintrifft. Auf diese Weise misst das System die Laufzeit des Schalls auf zahlreichen Wegen durch das Holz.
Die Geschwindigkeit des Schalls liefert wichtige Hinweise auf den Gesundheitszustand des Baumes: In gesundem Holz breitet sich der Schall schneller aus, während geschädigte Bereiche die Ausbreitung verlangsamen. Aus den Messwerten erstellt das Gerät schließlich ein farbiges, zweidimensionales Bild des Stammquerschnitts. Braune Bereiche stehen für gesundes Holz, während grüne oder blaue Flächen auf Fäulnis oder Hohlräume hinweisen.
Aus den Ergebnissen der Untersuchung können dann konkrete Maßnahmen abgeleitet werden. Diese reichen von gezielten Rückschnitten einzelner Bäume, wie beispielsweise beim Mammutbaum am Zentralgebäude, bis hin zur Fällung eines Baumes, wenn die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann.

