Mit einer Feierstunde hat das Zentrum für Psychische Gesundheit (zfpG) Bruchsal sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Seit einem Vierteljahrhundert steht der Standort für eine wohnortnahe, vernetzte und patientenzentrierte psychiatrische Versorgung im nördlichen Landkreis Karlsruhe. Der Einladung waren neben Mitarbeitenden, Wegbeleitern auch fast alle regionalen Kooperationspartner gefolgt. Gemeinsam blickte das Psychiatrische Zentrum Nordbaden (PZN) auf die Entwicklung des Standorts zurück und würdigte die Menschen, die die psychiatrische Versorgung in Bruchsal täglich gestalten.
Die Geschichte des zfpG Bruchsal begann am 12. Oktober 2001. Nach dem Erwerb des ehemaligen Hotels Keller und umfangreichen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen eröffnete das PZN dort seine erste klinische Außenstelle. Mit zunächst 25 stationären Betten und 15 tagesklinischen Plätzen wurde ein wichtiger Baustein für die gemeindenahe psychiatrische Versorgung der Region geschaffen. Schon damals stand die Idee im Mittelpunkt, Menschen mit psychischen Erkrankungen möglichst wohnortnah zu behandeln und die Zusammenarbeit mit Angehörigen, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie regionalen Hilfsangeboten zu stärken.
Heute hat sich das zfpG Bruchsal zu einem umfassenden Versorgungszentrum entwickelt. Neben der Allgemeinpsychiatrie gehören auch Angebote der Suchtmedizin und der Alterspsychiatrie zum Leistungsspektrum. Stationäre, tagesklinische und ambulante Behandlungsangebote ermöglichen eine Versorgung aus einer Hand.
In ihrer Ansprache zeichnete PZN-Geschäftsführerin Anett Rose-Losert die Entwicklung des Standorts vom ehemaligen Hotel zum modernen psychiatrischen Fachkrankenhaus nach. Viele personelle Veränderungen und strukturelle Weiterentwicklungen habe es in den vergangenen 25 Jahren gegeben. Eines sei jedoch unverändert geblieben: „Bruchsal stand und steht für eine gemeindenahe und patientenzentrierte psychiatrische Versorgung und ist fest in der Region verankert.“ Ihr Dank galt insbesondere den Mitarbeitenden sowie den ehemaligen und aktuellen Leitungsteams, die den Standort über die Jahre geprägt haben.
Der Ärztliche Direktor des PZN, Dr. Tobias Link, hob die besondere Arbeitsweise des Hauses hervor. Von Beginn an sei es gelungen, Übergänge zwischen stationärer, tagesklinischer und ambulanter Behandlung unkompliziert zu gestalten. „Das Team denkt nicht in Versorgungssektoren, sondern konsequent vom Menschen her“, betonte er. Zudem habe Bruchsal bei der Entwicklung der PZN-Außenstandorte immer wieder eine Vorreiterrolle eingenommen. Sein Fazit: „Ein PZN ohne das zfpG Bruchsal ist heute gar nicht mehr denkbar. Danke für 25 Jahre.“
Die aktuelle duale Leitung, Dr. Michael Rehse und Ralf Lauterbach, richtete den Blick auf die Gegenwart und die Zukunft der psychiatrischen Versorgung. Angesichts steigender Behandlungszahlen sei eine wohnortnahe Versorgung wichtiger denn je. Rehse bezeichnete das zfpG Bruchsal als „Vollsortimenter“ der psychiatrischen Versorgung: Allgemeinpsychiatrie, Suchtmedizin und Alterspsychiatrie würden sowohl stationär als auch tagesklinisch und ambulant angeboten.
Lauterbach sprach über aktuelle Herausforderungen wie den Fachkräftemangel, legte seinen Fokus aber auch auf Besonderheiten der Außenstelle: „Besser als hier, kann man als Patient*in kaum aufgenommen werden. Das hier ist wirklich eine Familie. Man kennt sich, man kennt die Patient*innen und man arbeitet Hand in Hand. Ich bin froh, dass ich, als ich vor zwei Jahren die Leitung übernahm, so gut in dieser Familie aufgenommen wurde.
Auch die Stadt Bruchsal würdigte die Bedeutung des Standorts. Inge Strauß, Amtsleiterin für Familie und Soziales, überbrachte die Grüße von Oberbürgermeister Sven Weigt und unterstrich die wichtige Rolle des zfpG für die Gesundheitsversorgung in der Region: „Das zfpG ist in der Stadt fest verwurzelt und sie dürfen die Gewissheit mitnehmen, dass sie für viele Menschen hier in Bruchsal ein wichtiger Anker sind.“
Besonders persönlich wurden die Beiträge von Alexander Gildhorn, pflegerischer Leiter, Larissa Zöller, stellvertretende pflegerische Stationsleiterin, sowie Dr. Susanne Brose-Mechler, die den Standort in den vergangenen Monaten interimistisch als Ärztliche Leiterin geführt hatte. Im Mittelpunkt ihrer Reden standen die enge multiprofessionelle Zusammenarbeit und der besondere Teamgeist des Hauses. Dr. Brose-Mechler beschrieb, wie offen und herzlich sie in Bruchsal aufgenommen worden sei. „Wir haben es gemeinsam geschafft, mit hoher Kollegialität und dem großen Schatz der „Freude an der Arbeit“, auch turbulente Zeiten gut zu meistern. Das hat mich sehr beeindruckt und dafür bin ich dankbar.“
Die Schlussworte gehörten Dr. Barbara Scharnholz, die nur wenige Tage zuvor die ärztliche Leitung der Außenstelle übernommen hatte. Sie nutzte die Gelegenheit sich vorzustellen und betonte, wie sehr sich auf die Zusammenarbeit freue.
Den Abschluss der Feier bildete ein gemeinsames Buffet mit Spezialitäten der Servicegesellschaft Nordbaden (SGN), verfeinert durch das Küchenteam vor Ort. Hierbei gab es einen sehr guten Austausch zwischen allen Gästen. Für Interessierte bestand außerdem die Möglichkeit, bei einer Führung einen Blick hinter die Kulissen des heutigen zfpG Bruchsal zu werfen.


