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Ergotherapie

Hinter dem Begriff Ergotherapie verbergen sich so viele verschiedene Behandlungsformen bei den unterschiedlichsten psychischen und körperlichen Krankheiten, dass es sehr schwierig ist, eine umfassende Definition dieser Methode zu geben. So stellen wir die Definition des Weltverbands der Ergotherapie (World Federation of Occupational Therapy, WFOT) unseren Ausführungen voran:

Ergotherapie ist die Behandlung körperlicher und psychischer Zustände durch spezifische Aktivitäten, die den Menschen helfen sollen, das für sie größtmögliche Maß an funktionellen Fähigkeiten und Unabhängigkeit zu erreichen.

Ergotherapie – abgeleitet vom griechischen "ergon" (schaffen, schöpfen, tätig sein) – ist eine ganzheitlich ausgerichtete medizinisch-therapeutische Behandlung, die psychologische, pädagogische und soziale Aspekte einbezieht, wobei immer die Gesamtsituation des Patienten in seinem psychosozialen Umfeld erfasst und berücksichtigt wird.

Die ergotherapeutische Behandlung umfasst handwerkliche, gestalterische sowie spielerische Übungen. Einen elementaren Bereich stellt das Üben lebenspraktischer Tätigkeiten (Activities of daily living) dar. Durch Verbesserung, Wiederherstellung oder Kompensation von beeinträchtigten Fähigkeiten soll den Klienten eine möglichst große Selbstständigkeit und Handlungsfreiheit im Alltag ermöglicht werden.

Das grundsätzliche Ziel der Ergotherapie ist es, emotionale, soziale und kognitive Fähigkeiten zu wecken und aufzubauen und dem Patienten so eine größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag zu ermöglichen.

Dies wird erreicht durch die Verbesserung und Stabilisierung von:

  • Psychischen Grundleistungsfunktionen wie Antrieb, Motivation, Belastbarkeit, Ausdauer, Flexibilität und Kreativität
  • Körperwahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung
  • Realitätsbezug von Fremd- und Eigenwahrnehmung
  • Situationsgerechtes Verhalten, sozio-emotionale Kompetenz und Interaktionsfähigkeit
  • Kognitive Funktionen
  • Selbstvertrauen  

Im Wesentlichen sind drei Behandlungsansätze von Bedeutung:

  • Der subjektbezogenen, ausdruckszentrierten Methode liegen tiefenpsychologisch orientierte Konzepte zu Grunde. Dem Patienten sollen Möglichkeiten erschlossen werden, über kreativ-gestalterisches Tun zur besseren Wahrnehmung von Erlebnisqualitäten zu finden, d. h. lernen, Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle nonverbal zum Ausdruck zu bringen. Dabei steht der Gestaltungsprozess als Weg zu besserem Selbstverständnis und Einblick in die darin begründeten Reaktionsweisen im Vordergrund.
  • Die soziozentrierte, interaktionelle Methode hat überwiegend die Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit zum Ziel. In Partner- oder Gruppenarbeit soll sowohl Individualität als auch Anpassung an eine Gemeinschaft gelebt werden.
  • Durch die sachbezogenen, alltagsorientierten Methoden sollen verlorengegangene oder nicht vorhandene Kompetenzen erworben werden, indem kognitive, handlungsbezogene und gefühlsbezogene Fähigkeiten geübt werden. Die Patienten sollen eine bessere Orientierung finden und einen Bezug zur Realität herstellen lernen.

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