Wir verwenden Cookies für die optimale Funktion unserer Website. Wenn Sie weiter auf unserer Website surfen, erklären Sie sich mit unseren Regeln hinsichtlich des Setzens von Cookies einverstanden.

Therapie von Zwangsstörungen

Die Zwangsstörung gehört zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Gleichzeitig erfordert die Therapie der Zwänge ein spezialisiertes Behandlungskonzept, was idealerweise heimatnah angeboten wird.

Infoflyer herunterladen...

Über das Krankheitsbild

Über das Krankheitsbild

Die Zwangsstörung gehört zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Es handelt sich um die „Zweifler-Erkrankung“, bei der sich unangenehme Gedanken aufdrängen, welche immer wieder aufs Neue durchgedacht werden müssen. Solche Gedanken können zum Beispiel sein, sich oder andere übermäßig verschmutzt oder infiziert zu haben oder Dinge nicht vollständig zu Ende zu bringen. Da diese Gedanken mit unangenehmen Gefühlen wie Angst, Scham, Ekel verbunden sind, versuchen die Betroffenen, sie durch neutralisierende Gedanken oder ritualisierte Handlungen abzuwenden. So kann es z.B. zu Wasch-, Kontroll- oder Ordnungszwangshandlungen kommen. Neben den klassischen Zwangsstörungen wie Zwangsgedanken und Zwangshandlungen gibt es ihnen verwandte Erkrankungen, die zu den sog. Zwangsspektrumsstörungen gezählt werden, z.B. zwanghaftes Beschäftigen mit dem eigenen Äußeren (Körperdysmorphe Störungen) bis hin zu Haareausreißen (Trichotillomanie) oder Hautschädigungen (Dermatillomanie) oder pathologisches Horten von Gegenständen (Messie-Syndrom). Allen Zwängen ist gemeinsam, dass die Patienten diese Handlungen und Gedanken selbst als unsinnig empfinden und versuchen, sich dagegen zu wehren. Dennoch können sie die Handlungsimpulse nicht unterlassen – ein Zustand, der oft so beschrieben wird, als ob man bei vollem Bewusstsein „verrückt“ würde. Die Patienten leiden sehr darunter. Dazu kommt, dass  Zwänge mit zunehmenden Schwierigkeiten verbunden sind, das alltägliche Leben zu bewältigen. Es kommt zu Einbußen in sozialen Kontakten und in der Leistungsfähigkeit. Auch Angehörige sind oft stark irritiert und versuchen mit Tipps und Aufmunterungen zu helfen. Diese helfen jedoch nicht weiter, da es sich um eine echte Erkrankung handelt, die sowohl anhand psychologischer als auch neurobiologischer Erklärungsmodelle gut beschrieben ist.

Gibt es eine Therapie gegen Zwänge? - Die Betroffenen sind gut beraten, sich schnell professionelle Hilfe zu holen, um einer weiteren Verschlechterung der Symptomatik und ihrer allgemeinen Lebenssituation entgegenzuwirken. Erfreulicherweise gibt es mittlerweile sehr gut erprobte und nachhaltige effektive Therapiemöglichkeiten. Dabei ist eine spezialisierte Behandlung erforderlich, die das PZN Wiesloch anbietet.

Behandlungskonzept

Behandlungskonzept

Die stationäre Behandlung hat einen kognitiv-verhaltenstherapeutischen Schwerpunkt. Das medizinische Leistungsangebot umfasst alle notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen nach dem aktuellen Stand der medizinischen/psychologischen Wissenschaft.

Das Therapieprogramm wird in enger Absprache mit der/dem Patientin/en individualisiert zusammengestellt. Therapieverfahren, mit denen er/sie grundsätzlich nicht einverstanden ist oder zu denen sich der Patient - noch - nicht in der Lage fühlt, werden selbstverständlich nicht eingesetzt.

Zwangsstörungen werden nach Diagnostik, Erarbeitung eines individuellen Störungsmodells und intensiver Vorbereitung im Allgemeinen mit einer Konfrontationstherapie mit Reaktionsverhinderung behandelt. Dabei werden die Patienten unter engmaschiger therapeutischer Anleitung an angstbesetzte Situationen herangeführt, was nach und nach zu einem Rückgang der belastenden Symptome führt.

Ergänzende Therapieelemente stammen aus modernen Therapieverfahren, z.B. aus der Schematherapie. Die PatientInnen werden psychoedukativ umfassend über ihre Erkrankung aufgeklärt, um diese besser zu verstehen. Sie lernen zum Beispiel, störungsaufrechterhaltende Faktoren im Alltag selbständig zu erkennen und zu bearbeiten. Eine Fülle an individuell abgestimmten ressourcen- und erlebnisorientierten Verfahren (z.B. Musiktherapie, Bewegungstherapie, tiergestützte Therapie, indikative Gruppen) runden die Therapie ab. Wenn eine medikamentöse Therapie indiziert ist, erfolgt diese ebenfalls nach dem aktuellen Forschungsstandard.

Eine nahtlose ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Weiterversorgung ist uns wichtig, um eine dauerhafte Stabilität zu sichern. Mittels des Sozialdienstes der Station können klare Perspektiven für die Zeit nach Entlassung geschaffen werden.

Es besteht Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. und der Universität Marburg.

Therapieangebot

Therapieangebot

In der Klinik für Allgemeinpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik II (AP II) des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden behandeln wir psychisch erkrankte Menschen im Erwachsenenalter (18 - 64 Jahre). Das Angebot richtet sich einerseits als regionales Versorgungsangebot für Einwohner aus dem nördlichen Karlsruher Landkreis, dem Neckar-Odenwald-Kreis und Mannheim, anderseits auch als überregionales Behandlungsangebot für Betroffene aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Behandlung erfolgt durch ein kompetentes multiprofessionelles Team aus (Fach-)Ärzten für Psychiatrie und Psychotherapie/Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychologen, (Fach-)Gesundheits- und Krankenpflegern, Sozialarbeitern und Fachtherapeuten.

Zur Behandlung stehen Ein-, Zwei- und Dreibettzimmer zur Verfügung. Neben vollstationären Behandlungen sind auch tagesklinische Behandlungen möglich.

Parallel zur Behandlung der Zwangsstörung kann eine Mutter/Vater-Kind-Behandlung für Kinder von 2 bis 6 Jahren ermöglicht werden.

Kontakt und Aufnahme

Kontakt und Aufnahme

Aufnahmen erfolgen in der Regel als Direktzugänge mittels eines Einweisungsscheins eines niedergelassenen Haus- oder Facharztes.

Bei Interesse an einer stationären Behandlung (vollstationär oder tagesklinisch), an einer ambulanten Beratung oder auch an der Vermittlung an regionale Selbsthilfegruppen (Baden-Württemberg) für Patienten mit Zwangsstörungen wenden Sie sich gerne an Herrn Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Gebhardt.

Adresse: Klinik für Allgemeinpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik II, Psychiatrisches Zentrum Nordbaden, Heidelberger Str. 1a, 69168 Wiesloch

Tel.: 06222 55 2001; Fax: 06222 55 291 2001

e-Mail: sekretariat.ap2(at)pzn-wiesloch.de