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Traumaassoziierte Störungen

Schwere und frühe Traumatisierungen haben tiefgreifende Folgen für die seelische Gesundheit und die Persönlichkeitsentwicklung. Klinisch bedeutsam ist neben der häufig sehr hartnäckig fortbestehenden Symptomatik ihre Symptomvielfalt. So umfassen traumaassoziierte Störungen neben Krankheitsbildern wie der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder der Komplexen PTBS auch andere psychische Störungen, deren Risiko durch traumatische Erlebnisse erhöht wird. Solche Krankheitsbilder mit zusätzlicher, sogenannter traumakompensatorischer Symptomatik, treten z.B. in Form von dissoziativen Störungen, Angsterkrankungen, Depressionen, Zwangsstörungen, Essstörungen, Persönlichkeitsveränderungen, körperlichen Beschwerden mit psychischem Hintergrund (Somatisierungen) oder Abhängigkeitserkrankungen hervor.

Typische Merkmale traumaassoziierter Störungen sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen, Intrusionen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Albträumen, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten. Ferner finden sich Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. Meist tritt ein Zustand von vegetativer Übererregtheit mit Übererregtheit mit Aufmerksamkeitssteigerung, einer übermäßigen Schreckhaftigkeit und Schlafstörung auf.

Während bei der PTBS diese spezifischeren Symptome meist gut identifiziert werden können, finden sich diese bei Erkrankungen mit zusätzlicher, sogenannter traumakompensatorischer Symptomatik (wie oben genannt), weniger deutlich wieder und werden mehr durch andere Symptome überdeckt. Häufige finden sich dabei auch Merkmale wie Vermeidungsverhalten, sozialer Rückzug, Scham- und Schuldgefühle, Selbstwertprobleme, Suchtmittelkonsum, Ängste oder Zwangshandlungen. Diese Erkrankungen werden als Reaktion auf die durch primäre Traumafolgen entstandene Anpassungsleistungen angesehen, die kurzfristig Entlastung, längerfristig aber negative Konsequenzen und Einschränkungen mit sich bringen.

Die Grundlage jeder Behandlung in unserer Klinik ist die sorgfältige Diagnostik und ein individuell abgestimmter Therapieplan für die Patienten. Mit biopsychosozialem Krankheitsverständnis bieten wir in der Klinik das gesamte Spektrum der wirksamen und wissenschaftlich geprüften Therapiemethoden an. Hierzu gehören ein integratives Psychotherapiekonzept im Einzel- und Gruppensetting, ein multimodales Fachtherapieangebot sowie ggf. eine medikamentöse Behandlung.

Bei allen Traumaassoziierten Störungen muss geprüft werden, ob die Voraussetzungen dafür vorliegen, sich dem Trauma mit schützenden Techniken zu nähern, um es verarbeiten zu können. Dafür ist eine ausreichende Stabilität in unterschiedlichen Bereichen notwendig, die oft erst einmal erarbeitet werden muss. Bei traumakompensatorischer Symptomatik ist es notwendig, die jeweilige Symptomatik (z.B.  Depression, Ängste, Zwangssymptome) entsprechend differenziert zu berücksichtigen.