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Stationäre Mutter/Vater-Kind-Behandlung

Psychisch erkrankte Mütter oder Väter tragen eine doppelte Last. Sie müssen nicht nur mit ihrer eigenen Grunderkrankung fertig werden, sondern kommen oft in erhebliche Schwierigkeiten in der Beziehung zu ihrem Kind. Entsprechend ist der Bedarf nach eigener Therapie hoch, aber auch der Wunsch nach Unterstützung bei der Elternschaft. Ziel dieses spezifischen Behandlungsangebotes ist neben der Therapie der psychischen Störung der elterlichen Bezugsperson die Verbesserung der Beziehung zwischen Eltern und Kindern, was darüber hinaus auch zur Vorbeugung von psychischen Erkrankungen der Kinder dient.

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Behandlungskonzept

Behandlungskonzept

Die stationäre Mutter/Vater-Kind-Behandlung dieser Behandlungseinheit richtet sich an Mütter/Väter mit einem Kind/Kindern ab einem Alter von 2 Jahren. Die Behandlung hat einen kognitiv-verhaltenstherapeutischen Schwerpunkt mit familienorientierten Therapieverfahren unter Berücksichtigung systemischer Zusammenhänge. Ergänzende Therapieelemente stammen aus störungsspezifischen Therapieverfahren, z.B. zur Behandlung von Zwangsstörungen oder aus der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) sowie der Schematherapie. Dabei richten wir uns nach dem aktuellen wissenschaftlich überprüfbaren Standard. Ein motiviertes und engagiertes multiprofessionelles Team unter fachärztlicher psychiatrischer, psychotherapeutischer und psychosomatischer Leitung begleitet die PatientInnen durch die Therapie. Die Mutter/der Vater nimmt an dem regulären Stationsprogramm teil und erhält regelmäßige Einzel- und Gruppentherapiegespräche. Unsere PatientInnen werden umfassend über ihre Erkrankung aufgeklärt, um sie besser zu verstehen. Sie lernen zum Beispiel, störungsaufrechterhaltende Faktoren im Alltag selbst zu erkennen und zu bearbeiten.

Zusätzlich bieten wir Eltern-Kind-spezifische Diagnostik-/Therapieangebote an. So werden z.B. Eltern-Kind-Interaktionsmuster mittels video-gestützter Interaktionsdiagnostik gemeinsam betrachtet und an spezifischen Stellen verbessert, so dass die Mutter/der Vater mehr Sicherheit im Umgang mit dem Kind bekommt. Neben persönlichen Kompetenzen werden somit auch elterliche Kompetenzen gezielt gefördert. Letztlich wird die Lebensqualität von Mutter/Vater und Kind verbessert. Psychotherapeutisch können zudem Familien- und Paargespräche indiziert sein.

Die Kinder haben formal einen Gaststatus in der Klinik, d.h. Übernachtung und Verpflegung sind kostenfrei. Die Kinder werden jedoch im Stationsalltag im Rahmen der Bezugspflege voll berücksichtigt. So werden sie beispielsweise über das Krankheitsbild ihrer Mutter/ihres Vaters kindgerecht aufgeklärt. Sie nehmen ebenfalls an verschiedenen Stationsaktivitäten teil, wie an der Ergotherapie oder an gemeinsamen Mutter-Kind-Aktivitäten. Durch regelmäßige Kinderbetreuungszeiten kann die Mutter/der Vater Entlastung bekommen, zusätzlich auch bei akuten Krisen oder Erschöpfung. Konsiliarische Untersuchungen beim Kinderarzt oder auch bei einem Kinder- und Jugendpsychiater können ggf. in die Wege geleitet werden.

Eine nahtlose ambulante psychiatrisch-psychotherapeutische Weiterversorgung ist uns wichtig, um eine dauerhafte Stabilität zu sichern. Mittels des Sozialdienstes der Station können klare Perspektiven für die Zeit nach Entlassung geschaffen werden (z.B. Suche nach einer Mutter-Kind-Wohneinrichtung, Klärung der Finanzierung etc.).

Station 39

Station 39

Die Station 39 der Klinik für Allgemeinpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik II (AP II) kann auf eine seit 1999 heranwachsende Erfahrung in Behandlungen von psychisch erkrankten Müttern oder Vätern mit Kindern zurückblicken. Wie zu erwarten, hat sich diese Behandlungsform sehr bewährt. Aus dem gesamten Bundesgebiet suchen uns Mütter/Väter auf. PatientInnen, die – mangels Kinderbetreuungsmöglichkeiten – nicht die Möglichkeit für eine stationäre Therapie im gewöhnlichen Einzelsetting haben, kann mit der Mutter-Kind-Behandlung eine realistische Alternative geboten werden. Eine notwendige Behandlung muss nicht hinausgezögert werden, und Kinder müssen nicht in fremde Obhut kommen, insbesondere bei Alleinerziehenden. Auch verhindert eine gemeinsame stationäre Aufnahme belastende Trennungserlebnisse, die durch eine reguläre stationäre Einzelbehandlung entstehen können. Wir leisten zudem einen Beitrag zur Prävention kinder- und jugendpsychiatrischer Störungen von Kindern psychisch kranker Eltern.

Im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Mutter/Vater-Kind-Kur steht die vorliegende Behandlungseinheit vor allem PatientInnen zur Verfügung, die an einer u.U. ausgeprägten psychischen Störung leiden und eine gezielte fachliche psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung suchen. In unserer Behandlungseinheit können PatientInnen mit Kindern im Alter ab zwei Jahren bis zum 6. Lebensjahr aufgenommen werden. Für ältere Kinder sind Regelungen nach Absprachen und Planung, vor allem wegen der Schulpflicht, möglich. Für psychischen Erkrankungen von Müttern mit einem jüngeren Kind steht die Station 43 (Klinik AP I) des PZN zur Verfügung.

Unterbringung

Unterbringung

Mutter/Vater und Kind erhalten ein Einzelzimmer mit Kinderbett, Bettwäsche, Babyphon und Wickeltisch. Kindernahrung, Kleidung, Windeln etc. bringt die Mutter/der Vater oder die Familie für das Kind mit. Ein Spielzimmer mit vielfältigen, altersgerechten Spielsachen und ein großer Garten mit ebenfalls vielen Spielmöglichkeiten sind vorhanden. Zudem stehen eine Waschmaschine und ein Trockner zur Verfügung.

Was Sie noch wissen sollten ...

Was Sie noch wissen sollten ...

Voraussetzung für eine Aufnahme ist die Angabe einer Vertrauensperson, die vor der Aufnahme zusichern kann, das Kind/die Kinder für den seltenen Fall eines Notfalls bei sich aufzunehmen. 

Jede Aufnahme erfolgt geplant ("elektiv") über eine Warteliste. Bitte beachten Sie, dass die Mutter/Vater-Kind-Behandlung ein über die Regelversorgung einer Klinik hinaus gehendes Zusatzangebot des PZN darstellt. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass deshalb nur eine begrenzte Bettenzahl vorhanden ist. Wir versuchen dennoch, alles möglich zu machen, Ihnen dieses Behandlungsangebot bereitzustellen, da wir dafür einen besonderen Bedarf sehen. Ein Anspruch auf dieses Behandlungsangebot besteht hingegen nicht.

Entsprechend sind keine Notfall-Aufnahmen von Patienten zusammen mit ihren Kindern möglich. Ist eine Notaufnahme erforderlich, kann sich die Mutter/der Vater zunächst ohne Kind aufnehmen lassen, während das Kind vorübergehend bei Vertrauenspersonen oder über das zuständige Jugendamt betreut wird.

Aufnahme zur Mutter/Vater-Kind-Behandlung

Aufnahme zur Mutter/Vater-Kind-Behandlung

Aufnahmen erfolgen mittels eines Einweisungsscheins eines niedergelassenen Haus- oder Facharztes. 

Vor der Aufnahme ist obligatorisch ein Vorgespräch erforderlich. Nach diesem ersten Gesprächstermin können bei gegebener Aufnahmeindikation ihre Kontaktdaten auf die Warteliste gesetzt werden.

Bevor Sie uns anrufen, überprüfen Sie bitte noch folgende Punkte:

1.) Bin ich Betroffene/r?

  • Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir nur persönliche Anfragen von den betreffenden Müttern/Vätern bearbeiten können, nicht etwa Anfragen über Dritte, z.B. Institutionen.

 2.) Ist mein Kind mindestens 2 Jahre alt?

  • Das Angebot der Station 39 richtet sich an Mütter/Väter mit Kindern ab dem Alter von 2 Jahren. Für jüngere Kinder verweisen wir auf die Station 43 des PZN.

 3.) Bringe ich Wartezeit auf einen Behandlungsplatz mit?

  • Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass das Mutter/Vater-Kind-Behandlungsangebot der Station 39 ausschließlich geplante (elektive) Behandlungen ermöglicht, jedoch keine Notfall-Aufnahmen vorsieht.

Wenn Sie alle drei Fragen bejahen können, wenden Sie sich zur Vereinbarung eines Termins für ein Vorgespräch gerne an die Telefonnummer 06222 – 55 0, werktags 8:30 bis 16:30, und lassen sich mit einem Fallkoordinator verbinden.