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24.05.2019

PZN würdigt 20 Jahre Mutter/Vater-Kind-Behandlung

Ludwig Sauer (Mitte), Bürgermeister der Stadt Wiesloch, gratulierte zum gelungenen Jubiläum den Beschäftigten der Station 39 vertreten durch v.li.n.re. Vincent Karfus, Milena Nestor, Prof. Dr. Helmut Vedder, Andreas Peters, Christian Schmidt-Neumann, PD Dr. Stefan Gebhardt

Die duale Klinikleitung, Chefarzt Prof. Dr. Helmut Vedder und Pflegedienstleiter Christian Schmidt-Neumann, hatte am 9. Mai Beschäftigte, ehemalige Weggefährten und niedergelassene Ärzte auf die Station 39 eingeladen.

Gewürdigt wurde ein auch heutzutage noch bundesweit rares vollstationäres Behandlungskonzept. Dieses sieht die überregionale Aufnahme von psychisch erkrankten Müttern bzw. Vätern vor, die unter affektiven, Angst-, Zwangs-, Traumafolge- oder Persönlichkeitsstörungen leiden. Aufgenommen werden sie mit ihren zwei bis sechs Jahre alten Kindern, die Gäste der Station sind.

„Am 4. April 1999 wurde die erste Mutter mit ihrem kleinen Sohn aufgenommen. In diesem Jahr 1999 herrschte vor dem Jahrtausendwechsel eine gefühlte kollektive Weltuntergangsstimmung. Vorhergesehen wurde die totale Sonnenfinsternis wie auch der weltweite Absturz von Computern. Die Welt verdiente also etwas Hoffnung.“ Mit diesen Worten begrüßte Vincent Karfus, Kaufmännischer Direktor des PZN, die Gäste. „Und wir waren da! Der Rest ist eine beispielhafte Erfolgsgeschichte, die sich im Kern um die Gestaltung von persönlichen Beziehungen dreht.“ Karfus dankte im Namen der Geschäftsleitung allen an der Stationsentwicklung beteiligten Personen sowie der Pflegefachschule BZG, die ihre Räumlichkeiten für die Feier zur Verfügung gestellt hatte.

„Die Beachtung der Kinder psychisch kranker Eltern rückt mehr und mehr in den Fokus der Öffentlichkeit" konstatierte Priv.-Doz. Dr. Stefan Gebhardt, Oberarzt am PZN in seinem kurzen Vortrag. Die gesamtgesellschaftliche Bedeutung ist hoch, denn geschätzt gibt es drei bis vier Millionen Kinder mit einem psychisch erkrankten Elternteil in Deutschland. Dabei kommt der stationären psychotherapeutischen Mutter/Vater-Kind-Behandlung als einem intensiven Therapie- und Präventionsansatz ein besonderer Stellenwert zu. Bedarf und Nachfrage sind hoch, und der Nutzen doppelt: Einerseits können psychisch erkrankte Eltern eine intensive Therapie erfahren, andererseits kann bereits das deutlich erhöhte Erkrankungsrisiko solcher Kinder reduziert werden. Gleichwohl wird diese Therapieform, insbesondere für Kinder im Vorschulalter, von den Krankenkassen selten übernommen. Das PZN hat hier Pionierarbeit geleistet, denn seit 2017 wird diese Behandlungsform nun zumindest teilweise vergütet.
 
Im hellen Wintergarten des BZG begann der Nachmittag mit einem lockeren „Get together“ bei Kaffee und Kuchen. Neben Führungen und Vorträgen wurde an zahlreichen Stände ein „Markt der Möglichkeiten“ aufgebaut. Das Stationsteam um die Dipl.-Psychologin Milena Nestor und den Pflegerischen Stationsleiter Andreas Peters machte das Behandlungskonzept mit allen Sinnen erlebbar. Informationen gab es zur Aroma- und Musiktherapie, die Bilderbücher und Spiele waren für die Kinder da, Forschungsergebnisse wurden präsentiert. Alle Gäste erhielten Buttons mit gemalten Kinderbildern. Jeder konnte sich seine Lieblingstiere ans Revers stecken. Die musikalische Umrahmung servierte auf Wunsch auch zum Mitsingen der Liederkellner und Musiktherapeut Charly Hanenberg. Die schönen Begegnungen, der angeregte Austausch und die Wiedersehensfreude mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen der Station machten das Jubiläum zu einem gelungenen Fest.