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Geschichte des Psychiatrisches Zentrums Nordbaden

Zerbrochener Kreis, Mahnmal der Künstlerin Susanne Zetschmann, für die Opfer der NS-Euthanasieaktionen T4

Von der "Großherzoglich Badischen Heil- und Pflegeanstalt" zum modernen "Zentrum für Psychiatrie und Psychosomatik" ist es ein langer Weg

Das Psychiatrische Zentrum Nordbaden (PZN) wurde 1905 als "Großherzoglich Badische Heil- und Pflegeanstalt bei Wiesloch" gegründet. In wechselvoller Geschichte hat sich unsere Einrichtung seither zum leistungsstarken Psychiatrischen Zentrum mit einer Vielzahl von medizinischen und sozialen Dienstleistungen weiterentwickelt.

Zeitgeschichtlicher Überblick

Von der Gründung bis Ende des 2. Weltkriegs - 1905 bis 1945

Von der Gründung bis Ende des 2. Weltkriegs - 1905 bis 1945

Hauptgebäude um 1910
Alte Kochküche um 1920
Verwaltungsgebäude ca 1943 mit NSDAP-Fahne

1905 - Gründung der "Großherzoglich Badischen Heil- und Pflegeanstalt bei Wiesloch". Der Bau- und Anfangsphase folgte nach dem Ersten Weltkrieg eine sozialpsychiatrische Blüte in den 20er Jahren mit externen Beratungsstellen, Ambulanzen und einem dichten Netz psychiatrischer Vor- und Nachsorge.

100 Jahre PZN Sonderdruck

Das PZN im Wandel der Zeit: Der Beginn 1903 bis 1905

Das PZN im Wandel der Zeit: Baubeschreibung 1905

Die Anstalt im ersten Weltkrieg (Jahresbericht 1915/16)

Kirche als letzten Bauteil 1925 übergeben

vor 1945 - Nationalsozialismus - Das schwärzeste Kapitel: Patienten wurden deportiert, das Haus war Lazarett, Ausweichkrankenhaus und Flüchtlingslager. Link zu der Schriftenreihe des Arbeitskreises Euthanasie zur Aufbereitung der Epoche.

1933: NS-Machtübernahme auch in Wiesloch

Bericht über einen Besuch im Jahr 1943

 

 

Die Jahre von 1946 bis 1995

Die Jahre von 1946 bis 1995

nach 1945 - Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen: Die Häuser werden nach und nach wieder der Psychiatrie zur Verfügung gestellt. Das Krankenhaus hat in dieser Zeit 1800 Betten.

1954 - Das Krankenhaus erhält am 1. Januar den Namen Psychiatrisches Landeskrankenhaus Wiesloch (PLK).

1974 - Aufteilung des Krankenhauses in drei medizinische Behandlungseinheiten.

1975 - Die Psychiatrie-Enquête offenbart einen deutlichen Rückstand im Vergleich zu somatischen Häusern.

1985 - Mit Inbetriebnahme des neuen Zentralgebäudes werden erhebliche räumliche Verbesserungen erzielt.

1990 - Die neue Psychiatrie-Personalverordnung ermöglicht eine deutliche Personalaufstockung.

1994 - Einweihung des Mahnmals zum Gedenken an die 2000 Opfer der NS-Euthanasieaktionen T4.

1995 - Die Einführung der Pflegeversicherung führt zur Reorganisation des Pflegefall- / Langzeitbereiches in ein modernes psychiatrisches Wohn- und Pflegeheim.

Dokumente aus dieser Zeit:

Außenfürsorge 1956

Auszug aus dem Jahresbericht von 1962

Zum Thema Jahresabschluss 1979

Von 1996 bis ...

Von 1996 bis ...

1996 - Rechtsformänderung. Das Psychiatrische Zentrum Nordbaden (PZN) erhält die notwendige Selbständigkeit, um sich modernen Aufgaben zu stellen.

Bericht zur Rechtsformänderung

1998 - Das PZN gründet mit der Akademie im Park eine hauseigene Bildungseinrichtung, die In- und Externe bei der beruflichen Weiterentwicklung unterstützt.

2001 – Das Psychiatrische Zentrum Nordbaden kauft das ehemalige Hotel Keller in Bruchsal und eröffnet seine erste Außenstelle, die Psychiatrische Klinik Bruchsal (PKB). Im Dezember 2013 wurde die Bezeichnung geändert in Zentrum für Psychische Gesundheit Bruchsal.

Dokument zur Eröffnung der Psychiatrischen Klinik Bruchsal

2003 - Psychiatrische Fachambulanzen (PIAs) für die Allgemein- und Gerontopsychiatrie sowie für den Suchtbereich nehmen den Betrieb auf. Die neun Zentren für Psychiatrie präsentieren sich erstmals gemeinsam auf der Messe "Medizin 2003" in Stuttgart - www.psychiatrie-bw.de

2004 - Seit 5. Januar können die Patienten die Tageskliniken der Kliniken für Allgemeinpsychiatrie, Gerontopsychiatrie und Suchttherapie aufsuchen.

2005 - Das Psychiatrische Zentrum Nordbaden feiert sein 100-jähriges Bestehen.

Sonderdruck zum 100-jährigen bestehen

2006 - Einweihung der Maßregelvollzugsstation 07 nach nur 13 monatiger Bauzeit. Ferner eröffnet das PZN am Krankenhaus Mosbach die Psychiatrische Klinik Mosbach (PKM). In Betrieb genommen werden dort eine Tagesklinik eine psychosomatische Station und eine psychiatrische Fachambulanz. Im November 2013 wurde die Bezeichnung geändert in Zentrum für Psychische Gesundheit Neckar-Odenwald.

2007 - Einweihung des Denkmals für die sog. "IRO-Patienten", die von den Nationalsozialisten verschleppt, als Zwangsarbeiter geknechtet und entwurzelt im PZN Wiesloch den Rest ihres Lebens verbrachten. 

2008 - Mit Eröffnung der Psychosomatischen Klinik Schwetzingen (PKS) am 4. April im örtlichen Krankenhaus wird die Versorgung psychisch kranker Menschen im Rhein-Neckar-Kreis deutlich verbessert. Den Patienten stehen eine Tagesklinik, eine psychiatrische Fachmbulanz (mit allgemeinpsychiatrischen und suchtherapuetischen Angeboten) sowie eine Station für Psychosomatische Medizin offen. Ende Oktober 2013 wurde die Bezeichnung geändert in Zentrum für Psychische Gesundheit Schwetzingen.

2009 - Das PZN tritt mit zwei Aktionskreisen (Neckar-Odenwald-Kreis und Rhein-Neckar Süd) dem bundesweiten "Bündnis gegen Depression" bei. Die baden-württembergischen Zentren für Psychiatrie ändern ihr Errichtungsgesetz und ihre Satzungen und treten künftig unter einer gemeinsamen Absendermarke "ZfP" auf. Die Krankenpflegeschulen der GRN Kliniken Schwetzingen, Sinsheim/Eberbach und des PZN Wiesloch werden in der "Bildungszentrum Gesundheit Rhein-Neckar GmbH" unter einem Dach zusammengeführt.

2010 - Das Gerontopsychiatrische Zentrum (GZ) nimmt im Oktober seinen Neubau in Betrieb.

2011 - Das PZN schließt mit dem Universitätsklinikum Heidelberg und dem Zentralinstitut für seelische Gesundheit Kooperationsverträge. 

2013 - Das "Zentrum für psychische Gesundheit Weinheim" wird als vierte Außenstelle des PZN im Oktober in Betrieb genommen.

2015 - Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus wird die Erinnerungsstätte "Kinderfachabteilung Wiesloch" der Öffentlichkeit übergeben.

Thematischer Überblick

Arbeitskreis Euthanasie - der Beginn der Aufarbeitung

Arbeitskreis Euthanasie - der Beginn der Aufarbeitung

Aus dem Vorwort von Dr. Middeldorf, Geschäftsführender ärztlicher Direktor, aus der Schriftreihe zum Arbeitskreis Euthanasie:

"Erst Ende Februar 1980, zum 40. Jahrestag des erstmaligen Abtransports von 42 psychisch kranken Männern und Frauen in die Tötungsanstalt Grafeneck, versammelten sich Mitarbeiter des Psychiatrischen Landeskrankenhauses Wiesloch. Gemeinsam mit kirchlichen Gemeindemitgliedern und Bürgern aus Stadt und Umgebung trafen sie sich zu einer Gedenkfeier, in deren Verlauf ein schlichtes Holzkreuz zur Erinnerung an die Opfer der "Aktion Gnadentod" aufgerichtet wurde. Auch der 50. Jahrestag wurde mit einer Gedenkfeier begangen, die nunmehr etwas breiteren Wiederhall fand. Außerdem widmete sich Dr. Franz Peschke in seiner Dissertation über die in Wiesloch untergebrachten "displaced persons einigen Teilaspekten des nationalsozialistischen Umgangs mit Randgruppen.

Insgesamt war jedoch die Bereitschaft, sich eingehender mit der Wieslocher Anstaltsgeschichte während der nationalsozialistischen Willkürherrschaft auseinanderzusetzen, im Vergleich zu anderen psychiatrischen Einrichtungen, bemerkenswert gering. So konnte noch 1991 im "Heimatgeschichtlichen Wegweiser zu den Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933 - 1945" zu Recht festgestellt werden..." 

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Die Kinderfachabteilung Wiesloch 1940 - 1941

Die Kinderfachabteilung Wiesloch 1940 - 1941

Aus der Wieslocher Heil- und Pflegeanstalt sind zwischen 1940 und 1944 über 2000 Patienten abtransportiert worden in Einrichtungen, in denen die Überlebensbedingungen deutlich reduziert waren oder wo sie systematisch ermordet wurden. Darüber hinaus existierte in der damaligen Anstalt auch für kurze Zeit eine „Kinderfachabteilung“, in der 1941 zwölf behinderte Kinder im Alter von ein bis sieben Jahren umgebracht worden sind, weil sie als nicht bildungsfähig galten und ihre zukünftige Versorgung nur Kosten verursachen würde.

Die nationalsozialistische Vision von einem gesunden „Volkskörper“ sah vor, alles Kranken und Ungesunden „auszumerzen“. Psychische Krankheiten galten als Erbkrankheiten. Ab 1934 sind daher aufgrund eines entsprechenden Gesetzes psychisch Kranke systematisch zwangssterilisiert worden. Nach Kriegsbeginn kamen zunächst über 1.000 Patienten aus Wiesloch in die Mordanstalten Grafeneck und Hadamar...

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Die Forschungsabteilung Wiesloch 1942 - 1943

Die Forschungsabteilung Wiesloch 1942 - 1943

Gedenktafel Haus 50

In diesem Haus,

  • In der damaligen Abteilung FU3 der Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch, richtete der Heidelberger Ordinarius für Psychiatrie und Neurologie, Prof. Dr. Carl Schneider, im Dezember 1942 eine Forschungsabteilung ein.
  • Dazu wurde das Gebäude geräumt und 80 Patientinnen aus Wiesloch in hessen-nassauische Anstalten verlegt. Hierher kamen 34 Patienten, die zunächst eingehend nach auffälligen körperlichen und psychischen Merkmalen untersucht wurden. Um diese Befunde mit hirnorganischen Veränderungen vergleichen zu können war geplant, die Forschungspatienten später zu töten und bei den Leichen die Gehirne rauszunehmen.
  • Kriegsbedingt musste das Projekt im April 1943 abgesprochen werden. Aufgrund von desolaten Behandlungsbedingungen waren hier bereits drei Forschungspatienten verstorben. Von den 80 verlegten Frauen starben 76 in Eichberg und Weilmünster innerhalb kurzer Zeit an Vernachlässigung und Hunger oder wurden in Hadamar mit Medikamenten ermordet.

"IRO-Patienten - verschleppte Zwangsarbeiter - die Folgen des Nationalsozialismus

"IRO-Patienten - verschleppte Zwangsarbeiter - die Folgen des Nationalsozialismus

Die sogenannten "IRO-Patienten" *) stammten vor allem aus den osteuropäischen Ländern. Sie wurden von den Nationalsozialisten verschleppt, als Zwangsarbeiter geknechtet, entwurzelt und ihrer Heimat sowie ihrer Kultur beraubt.
Im PZN Wiesloch fanden viele eine zweite Heimat, verbrachten den Rest ihres Lebens im Wohn- und Pflegeheim und fanden auf dem Anstaltsfriedhof die letzte Ruhestätte. Diesen Bewohnern zum Gedenken ist oberhalb des Rondells in Nähe der Festhalle 2007 das „IRO-Mahnmal“ errichtet worden.
*) International Refugee Organisation

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Der PZN-Friedhof

Der PZN-Friedhof

Nachdem der großherzoglich-badische Landtag im Juli 1902 die Errichtung einer neuen „Heil- und Pflegeanstalt“ beschlossen hatte, wurde 1903 mit den Bauarbeiten der Anstalt begonnen, die ersten Kranken wurden 1905 aufgenommen. Von Anfang an war in den Planungen auch ein Anstaltsfriedhof im Norden des knapp 100 ha großen hügeligen Geländes vorgesehen, als „halb regelmäßig architektonischen Anlage, halb Waldfriedhof“. Dieser war zunächst im Geländeplan von 1905 an anderer Stelle (oberhalb der Sophienhöhe) eingezeichnet. Das Projekt des Friedhofs wurde 1910 begonnen und im Juni 1911 fertiggestellt.

Auf dem Areal von rd. 14.100m² wurden im Laufe der vielen Jahre Patienten, Bewohner des Heimbereichs, Mitarbeiter, leitende Direktoren aber auch Zeitzeugen und Opfer einer wechselhaften Psychiatriegeschichte bestattet. Im ersten Weltkrieg verhungerten ca. 450 Patienten in der Anstalt. Die Mannheimer Lokallegende...

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Erinnerung wachhalten - Mahnmale und Gedenkstätten

Erinnerung wachhalten - Mahnmale und Gedenkstätten

In der Zeit des Nationalsozialismus (1933 – 1945) wurden systematisch in den Gemeinden, aber auch in den Psychiatrischen Krankenhäusern Menschen ausgegrenzt und ihr Leben als „nichts Wert“ bewertet.
Konsequenterweise wurden diese Menschen sterilisiert, weggebracht, getötet, ihr Hab und Gut wurde eingezogen.
Hier auf diesem Grund und Boden, der eigentlich dem Rückzug und der Heilung dienen sollte, wurden mehr als 2.000 Erwachsene von Ärzten als nicht heilbar und damit lebensunwert klassifiziert, in grauen Bussen nach Grafeneck und Hadamar transportiert und dort systematisch getötet.
Neben dieser Selektion zum Tode, verhungerten psychisch Kranke und Behinderte hier oder wurden sterilisiert.
Zuvor aus ihrer Heimat zur Zwangsarbeit nach Deutschland Verschleppte wurden psychisch krank und hier untergebracht.

Ebenfalls zutiefst erschütternd ist die Geschichte von 12 behinderten Kindern, die ihren Eltern weggenommen wurden, hier zur Behandlung in einer Kinderfachabteilung untergebracht wurden, nur um sie systematisch zu töten.

Flyer zu den Mahnmalen auf dem Gelände des PZN

>> PZN_Erinnerungsflyer_RZ_web_01.pdf

Literatur und Autoren

Literatur und Autoren

Frank Janzowski
Die NS-Vergangenheit in der Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch
„... so intensiv wenden wir unsere Arbeitskraft der Ausschaltung der Erbkranken zu.“
Details

Franz Peschke:
Ökonomie, Mord und Planwirtschaft
Die Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch im Dritten Reich
Details

Schriftenreihe des Arbeitskreises "Die Heil-und Pflegeanstalt Wiesloch in der Zeit des Nazionalsozialismus"
Details

Virtueller Rundgang - Nationalsozialistische Stolpersteine auf dem PZN-Gelände

Übersicht

Übersicht

Der folgende "virtuelle" Rundgang durch das Gelände des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden (PZN), der früheren Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch, führt zu den Gebäuden und Orten, wo zwischen 1936 und 1944 die verschiedenen Gräueltaten und Verbrechen an Patientinnen und Patienten geschahen...

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Forschungsabteilung - Haus 50

Forschungsabteilung - Haus 50

Im Haus 50, in dem heute die Pflegefachschule Bildungszentrum Gesundheit Rhein-Neckar (BZG) untergebracht ist, befand sich von Dezember 1942 bis April 1943 die Forschungsabteilung des berüchtigten Heidelberger Psychiatrieprofessors, Dr. Carl Schneider...

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Fliegerangriff 1944 mit Folgen

Fliegerangriff 1944 mit Folgen

Das Haus 38, ehemals „Frauen unruhig 2 - FU2“, ist am 20. März 1944 bei einem Fliegerangriff druch Bombeneinschläge stark beschädigt worden. Ebenfalls getroffen wurden die Kochküche (heute Festhalle) und das Ärztehaus. Bei diesem Angriff kamen acht Mitarbeiter und vier Patientinnen ums Leben, viele wurden verletzt.

Kirche – Südliche Zufahrt – Geschlechterachse

Kirche – Südliche Zufahrt – Geschlechterachse

An der Kirche wurde die ehemalige sogenannte „Geschlechterachse“ überschritten, die Frauen- und Männerseite voneinander trennte. Ab 1939 mit Kriegsbeginn sind zunehmend Häuser von der Wehrmacht für ein Reservelazarett beschlagnahmt worden, wodurch die Lebensbedingungen der Anstaltspatienten stark eingeschränkt worden sind.

"Kinderfachabteilung" - das Haus 59

"Kinderfachabteilung" - das Haus 59

Hier befand sich von Dezember 1940 bis August 1941 die Wieslocher „Kinderfachabteilung“. Behinderte Kinder, deren Versorgung sehr aufwändig war und bei denen von einer stark eingeschränkten Bildungsfähigkeit ausgegangen wurde, sind auf Anordnung des Reichsgesundheitsministeriums von den regionalen Gesundheitsämtern erfasst worden. Zunächst ging es dabei um Kinder bis zum dritten, später bis zum 16. Lebensjahr...

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Ehrenbrunnen und Appellplatz

Ehrenbrunnen und Appellplatz

Die nächste Station führt zum 1936 errichtete Ehrenbrunnen, der sich heute vor dem in den 1980er Jahren erbauten Personalcasino befindet. Früher befand sich hier die alte Verwaltung. Angesichts der dort am 01. Mai 1933 gepflanzten „Adolf-Hitler-Linde“, befand sich hier ein Appellplatz, von dem aus bei den von der NSDAP aus verschiedenen Gründen veranstalteten Ereignissen im Ort Wiesloch die Mitarbeiter der „Anstalt“ getrennt nach Männern und Frauen in Arbeitskleidung aufmarschierten, um an den gemeinsamen Umzügen teilzunehmen...

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Mahnmale der Erinnerung - zum Gedenken an die Opfer

Mahnmale der Erinnerung - zum Gedenken an die Opfer

Den Opfern hat das PZN drei Mahnmale gewidmet - siehe auch "Flyer Erinnerung" (Download beginnt sofort)

Die Künstlerin Susanne Zetschmann schuf 1994 eine Kreisskulptur in Nähe der Zentralaufnahme, aus der ein Teil herausgebrochen und im Abseits liegt. Die Skulptur erinnert an die über 2000 Menschen, die im Rahmen des Euthanasieprogramms von der damaligen Wieslocher Anstalt in die Tötungsanstalten von Grafeneck und später nach Hadamar verbracht und ermordet wurden. Andere Patiententransporte führten in verschiedene KZ, nach Auschwitz, Dachau, Eichberg, Gurs, Hoerdt, Kaufbeuren, Mauthausen u. a.

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Transporte, Deportationen - Der Weg in den Tod

Transporte, Deportationen - Der Weg in den Tod

Von 1942 an, als die Bombenangriffe der Alliierten auf deutsche Städte zunahmen, erfolgten die Abtransporte der Patienten in die verschiedenen Verlegungsorte mit der Bahn. Die Anstalt wurde zunehmend dafür genutzt, Einrichtungen für somatisch Kranke aus Mannheim und Heidelberg nach Wiesloch zu verlegen. Patienten, die als Arbeitskräfte für die Anstaltsversorgung in der Landwirtschaft, der Gärtnerei, aber auch in Wäscherei und Küche oder bei Flickarbeiten ungeeignet waren, sind so wegverlegt worden...

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Stolpersteine für Friedrich Hecker und Maria Heck in der Stadt Wiesloch

Stolpersteine für Friedrich Hecker und Maria Heck in der Stadt Wiesloch

Mitten in der Wieslocher Innenstadt befinden sich zwei Stolpersteine für ehemalige Patienten der damaligen Wieslocher Heil- und Pflegeanstalt - vor dem Haus in der Hesselgasse 17 bzw. 34. Sie sind dort im Herbst 2013 von einer Wieslocher Initiativgruppe verlegt worden. Der 1909 geborene Friedrich Hecker hatte sich schon vor dem Krieg mehrfach in Anstaltsbehandlung befunden und konnte später von der Familie nicht länger zu Hause versorgt werden. Er kam am 05.06.1944 mit einem Transport von Wiesloch nach Hadamar und ist dort kurz darauf verstorben. Ein weiterer Stolperstein erinnert an die bei Aufnahme dreijährige Maria Heck. Sie wurde im Oktober 1940 in die Wieslocher „Kinderfachabteilung“ eingeliefert. Vermutlich, damit ihre Todesumstände in Wiesloch kein Aufsehen erregen, ist sie am 05.06.1941 nach Eglfing-Haar (bei München) in die dortigen „Kinderfachabteilung“ verlegt worden. Dr. Kühnke brachte sie dort am 11.08.1941 um.