Wir verwenden Cookies für die optimale Funktion unserer Website. Wenn Sie weiter auf unserer Website surfen, erklären Sie sich mit unseren Regeln hinsichtlich des Setzens von Cookies einverstanden.

Psychiatrie von A bis Z

Erfahren Sie Wissenswertes über psychiatrische Krankheitsbilder und Themen.

Psychiatrie von A-Z

Erfahren Sie wissenswertes

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Alle

Panikstörung

Eine Panikstörung ist eine Angststörung, die sich in anfallsartigen Angstattacken ohne erkennbaren Grund äußert. Die Betroffenen leiden vor allem körperlich unter der Angstattacke: Sie haben Atemschwierigkeiten, starkes Herzklopfen, Schmerzen, Ohnmachtsgefühle, Engegefühl in der Brust, Erstickungs- und Beklemmungsgefühle. Sie erleben die körperlichen Symptome so intensiv und bedrohlich, dass sie sich immer weiter hineinsteigern. Viele verwechseln die Angstattacke mit einem Herzinfarkt. Manche bekämpfen die Symptome mit Beruhigungsmitteln, die kurzfristig zu einer Erleichterung führen. Doch die Angsterkrankung bleibt davon unverändert und nicht selten entsteht so eine Medikamentenabhängigkeit. Eine Panikstörung wird meist mit einer Psychotherapie behandelt, die den Patienten hilft, ihrem Körper zu vertrauen und Angstsymptome nicht mit einer körperlichen Erkrankung zu verwechseln.

Paranoia

Eine Paranoia ist ein unerschütterliches Wahnsystem, das meist als einziges Symptom einer krankhaften Verarbeitung von Lebensereignissen auftritt. Der langsam sich entwickelnde und lang andauernde Wahn kann die Folge einer anderen Erkrankung wie Schizophrenie, Alzheimer-Krankheit oder eines Hirntumors sein. Viele Betroffene leiden unter einem Verfolgungs-, Eifersuchts- oder Größenwahn. Andere sind davon überzeugt, dass sie körperlich krank sind oder ihr Körper deformiert sei, oder dass sie einen furchtbaren Körpergeruch ausdünsten.

Persönlichkeitsstörungen

Persönlichkeitsstörungen sind Verhaltensmuster, die von einem situationsangemessenen Verhalten auf charakteristische Weise abweichen. Sie werden oft nach typischen Merkmalen unterteilt in Ausprägungen wie „Histrionische Persönlichkeitsstörung“ (Hysterie) oder „Borderline Persönlichkeitsstörung“ (Borderline Störung), doch dabei gibt es häufig Überschneidungen. Die Betroffenen sind oft übertrieben empfindlich gegenüber Zurückweisung, sie sind sehr nachtragend und misstrauisch. Häufig neigen sie dazu, Erlebtes zu verdrehen. Zum Beispiel missdeuten sie neutrale oder freundliche Handlungen anderer als feindlich oder verächtlich. Viele verdächtigen ihre Ehe- oder Sexualpartner immer wieder der sexuellen Untreue. Menschen mit einer paranoiden Persönlichkeitsstörung sind oft streitsüchtig und beharren sehr auf eigenen Rechten. Sie neigen zu überhöhtem Selbstwertgefühl und häufiger noch zu übertriebener Selbstbezogenheit.

Phobie

Eine Phobie ist eine ausgeprägte, anhaltende und unangemessene oder unbegründete Angst, die durch das Vorhandensein oder die Erwartung von umschrieben Objekten oder Situationen ausgelöst wird. Häufige phobische Objekte oder Situationen sind Insekten, Schlangen, Spinnen, enge Räume, Zahnarztbesuche, Prüfungen, Fahrstuhlfahren oder auch Menschenansammlungen. Als Folge einer Phobie werden die Situationen oder Objekte meist gemieden, was den Handlungsspielraum und die Lebensqualität deutlich einschränken kann. Bei der Behandlung spezifischer Phobien sind verhaltenstherapeutische Techniken Mittel der ersten Wahl, wie die z.B. "Konfrontationstherapie" wird die Vermeidung aufzugeben und die angstvollen Situationen gut zu bewältigen. Von großer Bedeutung bei der Angstbehandlung ist auch das Erlernen von Entspannungsverfahren. Bei konsequenter Durchführung kann häufig eine rasche und langfristige Symptomfreiheit oder deutliche Reduktion erreicht werden.

Posttraumatische Belastungsstörung

Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entsteht als eine verzögerte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Charakteristisch für die PTBS ist das ungewollte Wiedererleben von Aspekten des Traumas. Menschen mit einer PTBS haben dieselben Reaktionen (z.B. Bilder, Körperempfindungen) wie während des traumatischen Erlebnisses. Situationen oder Personen, die an das Trauma erinnern, werden von den Betroffenen als extrem belastend erlebt und rufen starke körperliche und gefühlsmäßige Reaktionen hervor. Die Betroffenen versuchen, diese Erinnerungen zu vermeiden, indem sie nicht darüber sprechen, Erinnerungen an das Erlebnis aus dem Kopf drängen und Personen und Orte sowie Reize meiden, die sie an das Trauma erinnern könnten.

Psychiatrie

Die Psychiatrie ist ein Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Erkennung und Behandlung seelischer Erkrankungen und Störungen des Menschen befasst. Die Psychiatrie als Wissenschaft entstand Anfang des 19. Jahrhunderts, der erste Lehrstuhl wurde 1811 in Leipzig eingerichtet. Anfangs wurden vor allem psychische Erkrankungen gesammelt und genau beschrieben, heute ist das Fachgebiet deutlich breiter angelegt und sehr vielfältig. Besonders die Möglichkeiten zur Behandlung der Krankheiten sind zahlreicher geworden. Dazu trug vor allem seit Mitte des letzten Jahrhunderts die Entwicklung von Medikamenten (Psychopharmaka) bei. Das psychologische Verständnis der Krankheiten hat zudem stark zugenommen. Die Forschungen von Sigmund Freud, der die Psychoanalyse (Psychotherapie) entwickelte, brachte viel Licht in das Unbekannte psychischer Tiefen, so dass die Psychotherapie inzwischen ein Standbein psychiatrischer Behandlung ist. Die praktische Psychiatrie ist in mehrere Fachgebiete aufgeteilt: Die Allgemeinpsychiatrie umfasst die Behandlung erwachsener Patienten mit unterschiedlichen psychiatrischen Diagnosen, hinzu kommt die Gerontopsychiatrie, die sich mit den psychischen Erkrankungen älterer Menschen beschäftigt, und die Kinder- und Jugendpsychiatrie. Zudem gibt es Spezialisierungen für die Therapie von Suchtkranken, für die Rehabilitation und für die forensische Psychiatrie, die sich mit der Behandlung psychisch kranker Straftäter befasst.

Psychoedukation

Psychoedukative Behandlungsansätze vermitteln Patienten Hintergrundwissen über ihre Erkrankung und deren Behandlung. So entwickeln die Betroffenen mehr Verständnis für ihre eigenen Schwächen, Empfindlichkeiten und Erfordernisse. Sie lernen, wie sie ihre Selbstheilungskräfte stärken und fördern können.

Psychologie

Psychologie ist eine Wissenschaft, die das Erleben und Verhalten des Menschen erfasst und erforscht. Sie beschäftigt sich mit dem Innenleben des Menschen, das Heißt mit seinem Selbsterleben und dem damit in Zusammenhang stehenden Tun und Reagieren. Die Psychologie ist eine bereichsübergreifende Wissenschaft, die sich nicht allein den Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften oder Naturwissenschaften zuordnen lässt.

Psychopharmaka

Psychopharmaka sind Medikamente, die das Verhalten und das Erleben eines Menschen beeinflussen, auch seine Gefühle und seine Wahrnehmung. In Deutschland werden jährlich für 1,5 Milliarden Euro Arzneimittel gegen psychische Krankheiten verordnet. Die medikamentöse Behandlung von psychisch Kranken ist noch nicht lange möglich. 1952 gibt es Medikamente zur Behandlung von Psychosen. Psychopharmaka stoßen in der Bevölkerung oft auf Ablehnung. Das ist vor allem auf den Missbrauch der Medikamente zurückzuführen, zum Beispiel in der Drogenszene, oder auf nicht-therapeutische Anwendungen, die den Arzneimitteln den Ruf einer chemischen Keule einbrachten. Doch bei der Behandlung psychischer Erkrankungen profitieren viele schwer Kranke von den Psychopharmaka. Sie ermöglichen eine viel menschlichere Behandlung der Betroffenen. Psychopharmaka werden entsprechend ihrer Wirkung in vier Klassen unterteilt. Tranquilizer sind Beruhigungsmittel wie beispielsweise Benzodiazepine, sie wirken angstlösend und beruhigend. Sogenannte Hypnotika sind Schlafmittel, die das Einschlafen und Durchschlafen fördern. Sowohl Tranquilizer als auch Hypnotika können abhängig machen. Neuroleptika werden gegen starke Erregung und Anspannung eingesetzt, aber auch gegen Halluzinationen und Wahn zum Beispiel bei Schizophrenie. Thymoleptika sind antidepressive Medikamente, die den Antrieb steigern, stimmungsaufhellend und angstlösend wirken. Sie werden vor allem bei Depressionen verordnet.

Psychosen

Psychosen sind schwere, akute und chronische psychische Erkrankungen. In deren Verlauf kommt es zu auffälligen und unbegreiflichen Störungen, die von den Betroffenen oft nicht als krankhaft empfunden werden. Symptome einer Psychose können zum Beispiel Halluzinationen und Wahnideen, aber auch schwere Beeinträchtigungen der Gefühle und des Denkens sein. In der Medizin wird zwischen endogenen und exogenen Psychosen unterschieden. Bei endogenen Psychosen gibt es keine bisher nachweisbaren klaren körperlichen Ursachen für die gestörte Hirnfunktion. Endogene Psychosen sind zum Beispiel die Schizophrenie, die manisch-depressive Erkrankung (Manie) und bestimmte Formen der Depression. Bei manchen psychischen Erkrankungen gibt es Symptome, die im Erscheinungsbild den Psychosen ähneln, aber ganz anders verlaufen, wie zum Beispiel das kurzzeitige Wiedererleben (Flashback) eines traumatischen Ereignisses bei den posttraumatischen Belastungsstörungen. Exogene Psychosen können durch eine Verletzung oder Beeinträchtigung des Gehirns entstehen, durch Hirntumore, Stoffwechselstörungen oder auch Vergiftungen. Die häufigste Ursache einer exogenen Psychose sind Gehirnschäden durch Alkoholmissbrauch (Delir). Die Behandlung der Psychosen erfolgt überwiegend mit Medikamenten (Psychopharmaka), aber auch mit psychotherapeutischen Verfahren.

Psychosomatik

Die Psychosomatik oder Psychosomatische Medizin ist ein Teilgebiet der Medizin, das sich mit der Wechselwirkung zwischen seelischen, körperlichen und sozialen Vorgängen befasst. Die Bezeichnung ist abgeleitet aus den griechischen Worten Psyche für Atem oder Seele und Soma für Körper. In Fachkliniken werden u.a. psychosomatische Krankheiten wie chronische Kopfschmerzen, Herzbeschwerden ohne körperliche Ursachen, Magen-Darm-Erkrankungen oder Formen von Bluthochdruck behandelt. Je nach Krankheitsbild wird die körperliche Erkrankung der Patienten medizinisch behandelt und die psychischen Wechselwirkungen vor allem durch eine Psychotherapie.

Psychotherapie

Psychotherapie ist ein Sammelbegriff für verschiedene Formen der Behandlung von seelischen Störungen. Die Behandlung kann sowohl direkt als auch indirekt, verbal oder nonverbal erfolgen. Sie basiert jedoch immer auf einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Patient und Therapeut. Diese Beziehung wird meist zum wichtigsten Mittel bei der Behandlung der psychischen Krankheit oder der Probleme eines Patienten. In der Psychotherapie entwickelten sich zunächst zwei Hauptrichtungen, welche auch heute noch zu den bedeutendsten Heilverfahren seelischer Krankheiten zählen: Die durch Sigmund Freud begründete Psychoanalyse sowie die aus den behavioristischen Verhaltenstheorien heraus entwickelte Verhaltenstherapie. Die inzwischen etablierten Psychotherapieformen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Techniken wie auch ihrer Anwendungsbereiche. Zu den häufig angewandten Psychotherapiearten gehören die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die Gesprächspsychotherapie, die Verhaltenstherapie, verschiedene körperorientierte Psychotherapieformen, die Familientherapie mit systemischem Ansatz, das Psychodrama (Rollenspiel in Gruppen), die Hypnotherapie (Weiterentwicklung der Hypnose) sowie therapeutische Ansätze, die Musik und Kunst als Medium verwenden. Die therapeutische Behandlung kann sowohl mit Einzelpersonen als auch in einer Gruppe stattfinden.
  • zurück
    1. 1
  • vorwärts